· 

Stevia - ein kleines Plädoyer

Irgendwie. wollen wir es immer kompliziert haben...

Da wird schon vor Jahren Stevia eingeführt. Als kalorienarmer, diabetikergeeigneter Zuckeraustauschstoff, der sogar von großen Softdrinkherstellern (die nicht gerade für Ihre Naturnähe bekannt sind) beworben wird.

Dann wieder großes Aufschreien: Stevia sei wie alle Süßungsmittel schädlich! Krebserregend, fruchtbarkeitsschädigend und genotoxisch. Nichts konnte bewiesen werden.

Na klar, es geht mal wieder um die Wirtschaft und um den Zwang, immer alles industriell verarbeiten zu wollen. 

Zur Aufklärung: Stevia rebaudiana, auch Süßkraut genannt, ist eine anspruchslose Pflanze, die jeder auf Balkon oder im Winter auf der Fensterbank halten kann. Sie wurde schon von den Ureinwohnern Südamerikas genutzt. Natürlich als ganze Pflanze!

In dieser Form sind dann auch sekundäre Pflanzenstoffe, Mineralien und Vitamine enthalten. Diese wiederum sind in verschiedenen Studien als blutdruck- und blutzuckersenkend erkannt worden. Es gibt sogar Studien, die herausgefunden haben, dass Stevia als Extrakt (nicht bloß die extrahierte Zuckerkomponente!) in der Lage ist, die Schutzmembran  (Biofilm) von Borrelien zu zerstören, was wiederum die Immunabwehr des Körpers ermöglicht. Diese sich ständig morphologisch ändernde Oberfläche macht sie nämlich wie das HI-Virus gegenüber Antibiotika resistent. Hierzu gibt es etliches mehr zu erzählen. Aber das sprengt der den Rahmen.

Nichts desto trotz macht es total Sinn, sich seine Stevia wie Basilikum im Kräuterkasten zu halten!

Du kannst einzelne Blätter mit Deinem Tee mitaufbrühen, um eine Süße zu erhalten. Oder Du kochst eine Tasse Stevia (kleingehackt) mit 200 ml Wasser für 2 Minuten auf und füllst den Sud durch ein Sieb in ein  ausgekochtes Fläschchen. Dann hast Du immer etwas auf Vorrat. Natürlich können die Blätter auch getrocknet werden und als zerbröseltes Pulver benutzt werden.

Ob einen der ganz leicht lakritzartige Geschmack stört, muß jeder selbst entscheiden. 

Sicherlich  ist somit nicht der komplette Zucker zu ersetzen, gerade weil für das Backen einfach das Volumen fehlt. Doch in einzelnen Bereichen kann man so den Zuckerkonsum zumindest reduzieren. Gerade, wenn sich der eigene Geschmack oder der der Kinder so sehr an Zucker gewöhnt hat, dass ungesüßte Tees kaum toleriert werden.

Und als ehemalige Zahnärztin noch ein Hinweis: Stevia ist nicht kariogen, löst also keine Karies aus! :-D

Also viel Spaß beim Ausprobieren! Ich hol morgen nochmal ein paar Pflänzchen vom Großmarkt...