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Vogelfutter und Ambrosia

Wer hat eigentlich den Artikel vom 5. Februar geschrieben? Da war ja wohl einer schon mächtig in utopischer Aufbruchsstimmung... Ähäm... :-)

Also alles nochmal retour, zurück zum Winter. Wer jetzt richtig zu knapsen hat, ist die heimische Vogelwelt, die sogenannten Standvögel. Die vorhandenen Beeren und Samen sind schon aufgebraucht und bei der dicken Schneedecke finden sie natürlich kein Futter.

Einfach im Supermarkt das erstbeste Futter kaufen? Gut gemeint, aber das kann ein Eigentor werden. Warum?

Zunächst ist es interessant zu wissen, dass es Körnerfresser  (z.B. Meisen, Finken und Sperlinge) und Weichfutterfresser (wie Rotkehlchen, Amseln, Zaunkönig) gibt. Diese fressen also Samen, Körner und gehackte Nüsse, jene fressen  Obst, Rosinen, Haferflocken und Kleie. Die einen suchen in Bodennähe, andere gehen an das klassische Vogelhäuschen und hängende Futterstellen. Am besten ist es also verschiedene Sorten und verschiedene Futterstandorte anzubieten. Was eigentlich alle mögen, sind Sonnenblumenkerne. Wer sich vor dem Dreck der Körner- und Samenhülsen scheut, kann bereits geschälte Saaten nehmen.

So und jetzt das Manko: Ambrosia. Einige Samen und Körner werden nicht gefressen und fallen zu Boden, keimen im Frühjahr und wachsen zur Pflanze. Das ist bei einer Sonnenblume schön, aber nicht bei Ambrosia. Ambrosiasamen sind in fast allen herkömmlichen Futtersorten enthalten, da sie meist aus Osteuropa stammen, wo die Ambrosie (Aufrechtes Traubenkraut) eine gängige Unkrautart ist und somit in die gewünschten Samen mithineingeerntet wird. Was in der Antike noch als betörend duftendes Getränk der Götter galt, verursacht bei uns schnöden Menschlichen schlichtweg Heuschnupfen und Asthma, und das den ganzen Sommer über. Halleluja!

Daher solltet Ihr auf der Verpackung darauf achten, dass es "ambrosiakontrolliert" ist. Das bedeutet zwar keinesfalls, dass es frei ist von derartigen Samen, aber maximal 10 Körner auf ein Kilogramm Futter enthält. In der Schweiz wurde diese Kontrolle bereits zur Pflicht.

Wo Ihr gutes Futter finden könnt, sind meist Geschäfte mit Tierfutter oder gute Gärtnereien mit Futtermitteln.

Und wohin jetzt damit?

- Futterhäuser sollten regelmäßig (mit Handschuhen) gereinigt werden und immer mit eher wenig Futter bestückt werden.

- besser sind Futterspender, wo das Futter nachrutscht

- Meisenknödel sind wegen des Plastknetzes nicht geeignet! Zum Einen können sich die Vögel darin verfangen und verletzen und zum anderen entsteht wieder Plastikmüll. 

Wer jetzt so wie wir eine Beschäftigung mit den lieben Kinderlein sucht, kann wunderbar selber hübsche Futteranhänger produzieren:

Kokosfett schmelzen (nicht kochen), Samen, Rosinen, Trockenfrüchte, Nüsse, die von Weihnachten noch übrig sind und Haferflocken untermischen, in verschiedene Formen gießen und aushärten lassen. Dann auf einem Teller anrichten oder aufhängen, fertig.

Macht Spaß und sieht hübsch aus. Wer keine Zeit hat, kann sie auch bei mir bekommen. :-)

Eines sollte man noch beachten: Vögel merken sich ihre Futterplätze ganz genau. Deshalb sollte man dann wirklich bis zum Frühjahr durchfüttern.

Wer noch mehr wissen möchte, zum Beispiel welcher Vogel was genau bevorzugt, findet beim NABU ganz viel Literatur.

Und was man im eigenen Garten mit Pflanzenauswahl, richtigem Rücksckschnitt und sonst so für Vögel und Insekten tun kann, erzähle ich ein anderes Mal....

Herzliche und frostige Grüße,

Eure Antje