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Kakteen

Jetzt, wo im Garten noch nicht allzu viel zu tun ist und man die meiste Zeit im beheizten Zimmer verbringt, verströmen Kakteen einen aparten und exotischen Flair. schöne Übertöpfe bringen neue Hingucker in die von Weihnachtsdekoration `befreiten´ Plätze.  

(Wer seinen Weihnachtsstern noch ansehnlich erhalten hat, der verdient meinen vollen Respekt, denn diese Pflanze kann mich einfach nicht leiden ;-))

Kakteen kommen ursprünglich aus Amerika, am meisten verbreitet in den südlichen USA, Mexiko, Peru und Bolivien. Überall sonst sind sie eingeführt und aufgrund fehlender natürlicher Regulatoren regelrecht eine Plage geworden wie in Australien.

Damit wir uns hier nicht mit unseren kleinen Pieksern quälen, hier ein kleiner Leitfaden von mir, der für den Durchschnittspflanzenbesitzer gedacht ist, nicht für Spezialisten!

Zunächst, Überraschung! Kakteen brauchen auch Wasser! Und wenn Ihr nicht in den Nebelschwaden der Anden wohnt, werden sie nicht ohne etwas Fürsorge auskommen. Es sind auch nur wenige spezielle Arten, die Luftfeuchtigkeit vertragen. Unsere beheizten und eher trockenen Wohnräume sind für die klassischen Kakteen bestens geeignet. Das Bad eher nicht!

Was sie definitiv brauchen ist Licht, viel Licht, aber nicht pralle Sonne im Sommer! So ist ein Südfenster prima, ein Westfenster gut, ein Ostfenster oder gar der Norden sind nicht geeignet. Da hab ich dann lieber eine Kakteenvase für Euch ;-)

Substrat und Pflanzgefäß: jetzt wird's schon interessanter. Kakteen speichern ihre Feuchtigkeit im Körper (Sproß) oder bei einigen Sorten in der rübenförmigen Wurzel. (Die Dornen sind übrigens zurückgebildete Blätter!) Was sie gar nicht mögen ist Staunässe. Daher ist die handelsübliche Kakteenerde auch noch zu humusreich und sollte mit groben Quarzsand zu ca einem Viertel wasserdurchlässiger gemacht werden. Manche wollen sogar gerne etwas saure Rhododenronerde haben, aber nur speziellere Arten. Mit dem Thema Umtopfen müsst Ihr Euch nach dem Kauf und ca alle 2-3 Jahre beschäftigen. Die Exemplare, die Ihr von mir erhaltet sind gerade frisch umgetopft! :-)

Manche Züchter arbeiten auch mit Bims. Bekommt man nur nicht überall...

Ich will Euch nicht verschweigen, dass Tontöpfe ohne Übertopf oder große Pflanzschalen, in denen mehrere Exemplare Platz finden, die beste Wahl sind, aber auch nicht immer  die schönste und platzsparendste. Sorry! Was ganz hübsch aussieht, ist Schiefer als Gießschutz, damit man die Erde nicht ausspült. Bekommt Ihr auch bei mir.

Wichtig ist vor allem, dass Ihr nicht zu viel gießt! Kakteen legen im Winter von November bis Mitte März eine Ruhephase ein. Da wollen sie gar kein Wasser! Allerdings mögen sie es dann auch kälter, so um die 8 Grad. Also muss uns klar sein, dass wir einen Kompromiss eingehen und dies vor allem durch eine ausbleibende Blüte bezahlen. Denn dafür ist die Winterruhe notwendig.

Als Gießgerät sind Pipettenflaschen ideal. Sie verleiten einen nicht zum Überschwemmen der Kakteen und das Wasser läßt sich gut verteilen. Was auch ein gutes Hilfsmittel ist, ist eine Sprühflasche. Dabei ist die hier gezeigte Flasche perfekt, denn die bildet einen feinen Nebel, der nicht das halbe Zimmer bespritzt und auch super für Orchideen und großblättrige Zimmerpflanzen ist!

Beides könnt Ihr auch bei mir bekommen. Denn die zwei Helfer machen einfach Sinn.

Das Wasser kann bei regelmäßigem Umtopfen durchaus Leitungswasser sein, ohne dass sich der pH-Wert ändert. Besser sind natürlich Regenwasser oder gar leicht angesäuertes Wasser (wer dazu mehr wissen will, gerne nachfragen).

Gedüngt wird von Mai bis August. 2-3 mal, im Abstand von 3 Wochen. Ein geringer Stickstoffanteil ist ganz wichtig, daher bitte keine normalen Dünger für Blumen oder Grünpflanzen!

So das war das Wichtigste in Kürze, jetzt sollte das klappen. Und wenn was komisch aussieht mit Kaktus oder Erde, ruhig mal bei mir nachfragen! Rede immer gerne über Pflanzen :-D

Gutes Gelingen und viel Freude!